Dienstag, 13. August 2013

Armes Deutschland

Ich weiß nicht, ob jemand dieses Bildchen lustig findet. 

In meinem tiefsten Inneren hoffe ich, dass dem nicht so ist - aber wie ich meine Mitdeutschen kenne, werden sich doch einige darüber amüsiert haben.

Dabei offenbart dieses Foto auch ohne Antiwerbung für unsere allgegenwärtige Regierungspartei eine mehr als traurige Wahrheit über die Vermögensverhältnisse in diesem unserem Lande. Wie auch schon in unserem großen "Vorbild" USA (weiß zwar nicht warum, aber alles, was die dämlichen Amis tun, wird hierzulande mit wachsender Begeisterung bejubelt und nachgeäfft) sind wir nicht mehr weit davon entfernt, dass sich die Balance zwischen Arm und Reich immer weiter zu Ungunsten der Normalbevölkerung nach unten verschiebt.

Die Kluft zwischen denen, die viel haben und denen, die gar nichts besitzen oder bekommen, wird immer größer. Die einst vorhandene Mittelschicht, also diejenigen, denen es nach dem Volksempfinden gut geht, ohne mit übermäßigem Reichtum geschlagen zu sein, wird mehr und mehr abgeschafft.

Dabei war das dereinst der Großteil unserer Bevölkerung!

Früher konnte man sich durch ehrliche Arbeit noch einen gewissen Lebensstandard erarbeiten - heute ist es eher so, dass jeder Tag, den man seinen Kadaver aus dem Bett hievt, zum Kampf um die nackte Existenz zu mutieren scheint.

Maßlose Spitzenmanager in Wirtschaft und Bankwesen schöpfen mit bitterer Leidensmiene Millionen ab - egal, ob sie Leistung dafür erbracht haben oder - im viel häufigeren Fall - grandios gescheitert sind. Irgendwie hab ich bei denen mehr und mehr das Gefühl, dass die sich schon gar nicht mehr anstrengen in ihrem Job, sondern nur noch von vorneherein ausrechnen, was für sie im günstigsten Fall - also dem Scheitern mit dem dazugehörenden Rauswurf samt millionenschwerer Abfindung - herausspringt. 

Sollte sich der "normale" Arbeitnehmer mal erdreisten, dafür, dass er in seinem Job permanent nur Scheiße baut, auch noch horrende Prämien zu verlangen.

Das Gelächter der Unternehmer höre ich bis in meinen Schlaf hinein.

Schon jetzt kann sich jeder vierte Alleinlebende und jede fünfte Familie nicht mal für eine Woche Urlaub im Jahr leisten, zumindest nicht, irgendwohin zu fahren.
Wohnraum wird immer teurer. 
Energieversorgung, sprich unseren täglichen Strom, entwickelt sich auch mehr und mehr zu einem Luxusgut. Wenn du um 9 Uhr einen Stromvertrag abschließt, kommt um 10 Uhr bereits die erste Erhöhung. 

Wie lange dauert es wohl, bis man nachts am flackernden Kerzenlicht in den Wohnungsfenstern zwischen Arm und Reich wird unterscheiden können?

Die Flaschensammler an den Mülltonnen sind zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil des normalen Alltagsbildes geworden. Während meiner täglichen Fahrten nach Köln im letzten halben Jahr, konnte man das sehr schön an jedem Bahnhof oder jeder Bushaltestelle beobachten. Es dauert keine zehn Minuten und schon steht wieder ein Mann oder eine Frau vor den Müllbehältnissen, um diese mit kritischem Blick zu untersuchen, in der Hoffnung, dass irgendsoein Wohlstandsmensch so wahnsinnig gewesen ist, eine Pfand- oder Einwegflasche einfach wegzuwerfen.

Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis man auch gezwungen ist, die Mülleimer nach Essensresten zu durchforsten. 

Bei diesen Vorstellungen graut es mir davor, jemals Rentner zu werden.


Das war wohl früher mal das Lebensziel eines jeden Arbeitnehmers. Nach einem harten Arbeitsleben den wohlverdienten Ruhestand geniessen und so - davon kann man heute nicht mal mehr träumen. Und wenn doch, bekommt man ob der düsteren Aussichten, nur die schlimmsten Albträume...

Eins ist sicher, auch unsere Politoberen beobachten diese Entwicklung sehr genau und irgendein findiger junger Profilant wird schon über der Idee brüten, dass es ja wohl ganz und gar nicht angehen kann, dass irgendso ein Armer oder Rentner - oder noch viel schlimmer ein ARMER RENTNER! - sich ein heimliches Nebeneinkommen durch Flaschenpfand erschleicht und dafür dem Fiskus nicht seinen gerechten Anteil zukommen lässt...

Würde mich nicht wundern, wenn demnächst in Städten und Gemeinden eine neue Behörde aufgebaut wird, die dies verhindert und die noch einzuführenden Abgaben auf nicht eingelöste und somit nicht nach dem Abfallkreislaufgesetz ordnungsmäß entsorgten und fremdeingelösten Pfand- und Einwegflaschen und Dosen eintreibt...

Oh, ich hoffe, ich hab da jetzt nicht jemand auf dumme Gedanken gebracht...

Donnerstag, 8. August 2013

Überall Schmarotzer

Ein schöner Morgen fängt vor allem mal damit an, dass man beim ersten Blick darauf, was es Neues und Weltbewegendes in der unendlichen Welt der facebook-Gemeinschaft gibt, über einen wiederholten sowohl total blödsinnigen, wie auch inhaltlich vollkommen falschen Post irgendeines Würstchens stolpert, dessen allgemeiner Lebensfrust mal wieder für Hetze auf die Ärmsten der Armen - sprich Empfänger von Hartz-IV-Leistungen .- herhalten muss.


Zitat: "Ohne Worte......aber leider traurige Wahrheit.
Natalie Kemeter
Vor ein paar Minuten im TV: 2 Hartz 4 Empfänger Heiraten und ziehen logischerweise in einer gemeinsamen Wohnung. Der eine Partner davon hat schon ein Kind.
So jetzt kommts:
Sie beziehen beide noch Hartz 4.....jeweils ca 350 EURO entspricht 700 € + 180 € Kin
dergeld + 300 Mutteschaftsgeld. Der Mann will nur ein Minijob ausüben und bekommt im Monat 150 €. Das sind ingesamt Netto am Monatsende 1330 €. Miete , Nebenkosten usw übernehmen ja wir Bürger die sich den Arsch aufreisen und Arbeiten gehn."

Zunächst einmal - abgesehen von der Hetze auf Empfänger von Sozialleistungen - ist die oben zitierte Rechnung, wenn auch mit Schätzzahlen, inhaltlich und sachlich FALSCH!

Kindergeld und Mutterschaftsgeld werden bei Hartz-IV-Empfängern wie Einkommen behandelt und von den gesetzlich verbrieften Leistungen abgezogen. 
Das Gleiche gilt ebenso für die Einkünfte aus Minijobs. 
Miete und Nebenkosten werden auch nicht, wie viele glauben, bis in astronomische Höhen erstattet. Hier gibt es ganz klare Regelsätze und wenn diese überschritten werden, muss man die Mehrkosten eben von seinem "normalen" Regelsatz begleichen, oder sich eine Wohnung nach den angebenen Parametern suchen.

Weiter in der Hetztirade:
 
Zitat: "So: Arbeitslohn von einem Verheirateten Mann mit Kind in Stuttgart...Mutter Hausfrau.
Nettolohn: 1900 €
Kindergeld 180 €
Insgesamt Netto 2080 €
Jetzt ziehen wir ab:
Miete: 700 €
Nebenkosten : 300 €
KFZ Kosten weil der Mann ja zur Arbeit fährt c.a 300€ durch Spritkosten, Verschleiß usw.
Bleiben unterm Strich 780 €..davon muss die Familie leben und natürlich eventuelle Vereine wie zb..schwimmen, turnen usw finanzieren.....Hartz 4 Empfänger bekommen dies natürlich von den Steuerzahler finanziert....das heisst, auch von dieser Familie die am Monatsende 600 € weniger am Monatsende hat trotz Arbeit im gegensatz zu den Hartz 4 Empfänger."




Der Familie in dem glänzenden Beispiel würde ich als allererstes empfehlen sich eine kostengünstigere Wohnung zu suchen. 700 Euro Miete und 300 Euro Nebenkosten lassen vermuten, dass derjenige auf zu großem Fuss lebt - Hier sind Ensparungen von 200 Euro an der Grundmiete und bis zu 150 Euro bei den Nebenkosten durchaus möglich, ohne deshalb im "letzten Loch" leben zu müssen.

Ebenso falsch ist die Behauptung, dass sämtliche kulturellen Aktivitäten von Hartz-IV-Empfängern mittels Zuschüssen bezahlt werden. Dies gilt zum einen nur für deren Kinder und auch nur in begrenztem Umfang, um die Teilnahme an solchen Aktivitäten vielen überhaupt erst zu ermöglichen.


Zitat: "Jetzt zu euch Liebe Arbeitskollegen die Morgens um 2.30 Uhr in der Früh zur Arbeit Fahren um die Familie zu ernähren, aber natürlich auch alle andere Beschäftigte, die total gestresst sind, Schlafstörungen haben, Essstörungen usw , trotzdem arbeiten gehen Steuern zahlen, die Kinder kaum aufwachsen sehn und eventuell die Rente nicht erreichen oder erkrankt erreichen.

Was haltet ihr davon...postet das weiter, so dass das alle sehn.....
Einfach unter aller Sau...echt traurig"


Echt traurig ist hierbei nur, wenn sich immer wieder Menschen finden, die so einen beleidigenden Blödsinn auch noch teilen und weiterverbreiten, in dem Glauben, damit etwas Gutes zu tun. Sie offenbaren damit aber nur ihren eingeschränkten Horizont und den Mangel an Toleranz gegenüber Menschen, die nicht auf der Sonnenseite dieses beschissenen Lebens stehen.

Wenn mir der Weg zur Arbeit zu weit ist, suche ich mir eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsortes. In Härtefällen, wenn die Familie den Umzug aus welchen Gründen auch immer nicht stemmen will, gibt es die Möglichkeitkeit für einen gewissen Zeitraum einen Zweitwohnsitz steuerlich abzusetzen.

Dieser hirnlose Post impliziert, dass alle Empfänger von staatlichen Transferleistungen - wie es im Wirtschaftdeutsch so schön heisst - geldgeile Schmarotzer sind, die sich absichtlich und mit wachsender Begeisterung in diese Lage gebracht haben.

Nach mehr als 2 Jahren Empfang solcher Gelder kann ich Euch versichern, dass mein Lebensziel ganz sicher ein anderes war. 
Die soziale Ächtung - auch in den sogenannten sozialen Netzwerken - ist nur eins der Dinge, die einem dieses Leben echt versauen können. Hinzu kommt dann die eigene Unzufriedenheit mit seinem Zustand. 
Im konkreten Fall des Verfassers hat es zum Bruch der Ehe geführt, weil meine Frau auch glaubte, ich fände es total toll den ganzen Tag zu Hause herumzuhängen, kein Geld in der Tasche für gar nichts zu haben und den ganzen Tag ein Buch nach dem anderen zu lesen - aber immerhin: andere versaufen ihre Sozialleistungen...
Hinzu kommen amtliche Gängelungen wie monatliche Meldepflicht, halbjährliche Entblößung bei Antragsverlängerung und Kontrolle der prallgefüllten Konten...

Die wahren Sozialschmarotzer sitzen ganz wo anders:

In den Zeitarbeitsfirmen, wo Arbeitnehmer mit Sklavenlöhnen in lebenslange Armut und die Fänge der Hartz-IV-Leistungen getrieben werden.

Seht euch mal unsere Politiker im Bundestag an.  
Schon mal eine Bundestagsdebatte im Fernsehen verfolgt und dabei auch gedacht, dass in den Zuschauerrängen unter der Glaskuppel mehr Betrieb herrscht als im Plenum?

Da sollen eigentlich unsere Abgeordneten sitzen, die von uns gewählt wurden, dafür sogar nicht einmal sooo kleine Diäten bekommen und nach zwei durchgestandenen Legislaturperioden sogar noch einen Rentenanspruch hierauf haben.

Das sind die wahren Sozialschmarotzer unseres Landes - lassen sich für etwas bezahlen, ohne dafür irgendeine greifbare Leistung zu erbringen und sind dazu noch so dreist nicht einmal wie jeder normale Arbeitnehmer wenigstens am Ort ihres Wirkens anwesend zu sein...

Oder die gierigen Arbeitgeber, die sich Subventionen und Vergünstigungen vom Staat erschleichen, ohne dafür irgendetwas an die Allgemeinheit zurückzugeben!

Nehmt nur das Beispiel, dass sich große Firmen erdreisten, zu fordern von der Abgabe auf die Stromkosten befreit zu werden, die jeder zahlen muss, um die - berechtigte - Energiewende endlich mal auf den Weg zu bringen. 

Da wird gedroht, wenn man als Unternehmer die hohen Zusatzbeiträge bezahlen müsse, könne man keine Arbeitnehmer mehr einstellen - oder Arbeitsplätze würden ganz wegfallen.

Aber Hallo! 

Frau Merkel und wie sie alle heissen mögen, die sich da tagtäglich über den Tisch ziehen lassen. 

Die Unternehmen stellen doch niemanden mehr ein!

Guckt doch mal in die Jobbörsen - von 200 Stellenangeboten zu meinem Beruf sind 187 (!) nur Sklavenjobs bei Zeitarbeitsfirmen - also der Weg in Armut und lebenslange Abhängigkeit von staatlichen Hilfen vorgezeichnet.

DAS sind die wahren Sozialschmarotzer in unserem Land!

Nicht die armen Schweine, die Leistungen vom Staat erhalten. Obwohl ich zugebe, dass es da - wie überall sonst auch - wieder einige schwarze Schafe geben wird.

Und wenn die schwarzen Schafe in unserem eigenen Land nicht genug sind, dann holt die Regierung halt aus Rumänien noch ein paar Tausend nicht arbeitswillige aber dafür kinderreiche Zigeuner ins Land, die ohne jemals etwas in unseren Steuertopf eingezahlt zu haben, mit vollen Händen hineingreifen und sich im Land wähnen, in dem Milch und Honig fliesst...

Lasst also endlich uns Hartz-IV-Empfänger in unserem eigenen Elend in Ruhe und rettet meinetwegen den armen gequälten Nachbarhund oder die vom Vaterschänder nebenan vergwaltigte Hauskatze!

So, das musste jetzt mal sein....

Dienstag, 6. August 2013

Ein Traum von Grün

5. August 2013:

Es sommerlocht mal wieder gewaltig im Lande.

In Ermangelung eines konstruktiven Themas wirft die Spitzenkanditatin der Grünen den grandiosen Vorschlag in die Runde, künftig in Werkskantinen einen Veggie-Tag verpflichtend einzuführen, um somit ein probates Mittel gegen die überbordende Fleischfresserei der Mehrheit der Bevölkerung zu erstellen. Ferner könne auf diesem Wege das Leid unzähliger in tierunwürdiger Massenhaltung eingepferchter Nutztiere abgemildert werden.

Da ich sehr experimentierfreudig bin, habe ich daraufhin sofort meinen Abendspeisenplan umgestellt, mir das argentinische Rumpsteak eines freilaufenden glücklichen - nur mit freiwachsenden Gräsern der weiten uneingezäunten Pampas gefütterten - Mastrindes verkniffen und mich stattdessen mit zwei Käsebroten - Wurst ist zu meinem Entsetzen ja auch Fleisch - und einem kleinen Schälchen Salat, garantiert nur von freiwachsenden Gemüsen begnügt.

Spät am Abend begab ich mich zu Bett...

Oktober 2022:

Es ist jetzt ein Jahr her, dass die Grünen mit einem erdrutschartigen Wahlsieg die letzten Bundestagswahlen mit einer unglaublichen 2/3 Mehrheit für sich entschieden haben. 
Niemand kann sich so recht erklären, wie das geschehen konnte. 

Angela Merkel verfiel unmittelbar nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen um 18.01 Uhr in ihrem - vom dahingeschiedenen Wolfgang Schäuble geerbten - Rollstuhl in eine Schockstarre, aus der sie bis Dato nicht wieder erwacht ist. In den Resten ihrer einstmals so glorreichen Partei werden tagtäglich hitzige Debatten darüber geführt, ob man die lebenserhaltenden medizinischen Gerätschaften in ihrem Krankenzimmer nicht auch aus Gründen der Barmherzigkeit abschalten solle.

Noch während der rauschenden Siegesfeier in der Wahlnacht verkündete Jürgen Trittin - nunmehr Kanzler der Republik - einschneidende Veränderungen im tristen Leben der Bundesbürger und bedankte sich recht herzlich für die Wahlhilfe des aus Zimbabwe eingeflogenen Robert Mugabe, der es dank modernster Kryotechnik geschafft hat, in seinem Heimatland immer noch die Zügel in der Hand zu halten und sich als unschätzbarer Helfer bei den notwendigen Wahlmanipulationen erwiesen hatte.

In der konstituierenden Sitzung des nunmehr von den Grünen beherrschten Parlaments wurde sodann in einem Rutsch das Grundgesetz außer Kraft gesetzt und statt seiner das Grundverbot der Bundesrepublik Deutschland deklariert.

Dann nahmen die Reformen zum Wohl von Natur und Umwelt ihren glorreichen Verlauf. Binnen kurzem wurde zunächst, der schon vor Jahren angekündigte und zunächst bitter verlachte Veggie-Tag in Werkskantinen gesetzlich vorgeschrieben.

Übergewichtigen Bürgern sollte das Gesetz zur Einhaltung des vorgeschriebenen Höchstlebendgewichtes für Männer und Frauen aus der fastfoodgeförderten Dicklichkeit heraushelfen. 

Bei einem Übergewicht von bis zu 10 Kilo wurden staatliche Hilfen unter Mitwirkung der gesetzlichen Krankenkassen zur Verringerung des Gewichts auf die gesetzlich vorgeschriebene Norm eingeführt. 
Leichte Strafen erwarteten ab dem Stichtag Menschen mit einem Übergewicht von bis zu 15 Kilo, alles Gewicht darüber hinaus zieht drakonische Maßnahmen wie Zwangsdiäten und Hungerturm unweigerlich nach sich.

Der Überfremdung der Bevölkerung durch eine übermäßige Zuwanderung  von Ausländern in der Vergangenheit  wurde ein rigoroser Riegel vorgeschoben, indem zum ersten die Grenzen entgegen allen EU-Vereinbarungen dicht gemacht wurden.
In Wiederbelebung eines Kohl`schen Ausbürgerungsplanes der 1980er Jahre wurde verfügt, dass jeder Bürger mit Migrationshintergrund, der der Deutschen Sprache nicht in Wort und Schrift mächtig ist, das Land unverzüglich zu verlassen hat.

Erste Probleme traten auf, als man feststellte, dass Sachsen und Bayern der heimatlichen Sprache nun ganz und gar nicht mächtig waren - der Ausschluss der beiden Bundesländer wurde unverzüglich per Dekret verfügt. Hierdurch gewann man ein Asylgebiet für fast 25 Prozent der Deutschen, die bei einem bundesweit durchgeführten Rechtschreibtest durchfielen und somit unter das Ansiedlungsverbot fielen.

Aus Umweltschutzgründen, weil Methan schädlich ist und nunmal bei jedem Pups, wenn auch nur in geringen Mengen zu Tage tritt, wurde die Zahl der zulässigen Fürze pro Kopf und Tag auf 3 beschränkt. 
Auch hier ziehen Zuwiderhandlungen drastische Geldbußen nach sich. Es gibt Pläne der Regierung die Einhaltung dieses Verbots mittels in den Unterhosen und Schlüpfern eingebauten Sensoren zu kontrollieren. 
Bei Stringtangas gibt es derzeit aber noch Probleme...

Dem langsamen Aussterben der Bevölkerung wirkt die grüne Bundesregierung mit einem breitangelegten Verhütungsverbot entgegen. Seit einigen Monaten sind alle Bürger ab dem 16. Lebensjahr gesetzlich zu einer wöchentlichen und verhütungsfreien Kopulation verpflichtet. 
Singles wird auf Antrag ein kompatibler Zeugungspartner von den örtlichen Paarungbüros zugewiesen, wahlweise kann das Ejakulat auch in einer der neu eingerichteten staatlichen Samenbanken abgeliefert oder vor Ort maschinell abgeerntet werden.

Da durch die unsägliche Praxis des Oralverkehrs immer öfter wertvolles Genmaterial nicht seiner Gott gegebenen Bestimmung zugeführt werden konnte, wurde diese Sexualpraktik wie auch die männliche Masturbation verboten und unter Strafe gestellt.

Uneinig war man sich zunächst in Regierungskreisen darüber, ob diese abscheulichen Praktiken nun den Straftatbestand des Mundraub (Oralsex) oder gar den Diebstahl/ die Unterschlagung von Allgemeingut darstellen, aber in den  nächsten Wochen will die Verbotsgesundheitsministerin eine praktikable, nicht zu kleine, Sanktionspalette vorstellen.

Zum Glück bin ich hier dann endlich schweißgebadet aufgewacht!

Ich fühlte mich in der Schweißpfütze meines Bettes wie in einem Wasserbett und kann Euch sagen, dass Albträume von unendlichen Stürzen in unendliche Tiefen oder garstige in der Dunkelheit lauernde und mit halbmeterlangen Klauen nach mir greifende Traummonster mich nicht so verschreckt haben, wie dieser Traum.

Heute Abend werde ich auf jeden Fall ein halbes Schwein auf Toast verspeisen, das dürfte meinen Träumen zuträglicher sein.

Wohin steuert Deutschland nur?

Haben die Grünen jetzt denn alle einen Knall?

Man, was haben wir die nicht belächelt, als sie sich seinerzeit in den 80ern von der SPD lossagten und mit Wollpullovern und ungekämmt und strickend in den Bundestag einzogen.
Gelächelt haben wir über den rebellischen Joschka Fischer bei seiner Vereidigung als erster hessischer Umweltminister - in Turnschuhen... Wow, war das mal groovy...
Und dann die erste Regierungsbeteiligung mit einem Joschka, der es vom jungen, wütenden Steinewerfer bis zum Bundesaußenminister schaffte und seinen Job - in meinen Augen - gar nicht mal so schlecht machte.

Die unzähligen Verbraucherschutzgesetze.

Und nun?

Ich habe manchmal den Verdacht, die Grünen fürchten sich davor wirklich mal gewählt zu werden und tun jetzt alles, um die Bürger in Angst und Schrecken zu versetzen mit ihren abstrusen Verbotsszenarien. 
Kann natürlich auch sein, dass Mutti Merkel denen heimlich Geld zusteckt, damit sie die verschreckten Bürger an ihre eigenen Wahlurnen treibt.
Und selbst so Schwachmaten wie die der FDP gewinnen ob der Angst, dass dem gemeinen Bürger demnächst sogar die Angst verboten werden könnte, wieder an Boden - ich fasse es ehrlich gesagt bald nicht mehr.

Auswanderung wird ehrlich gesagt immer mehr zu einer Option. Wobei sich dann die Frage stellt, wohin mit einem notorischen Querulanten wie mir?


Montag, 5. August 2013

Auge um ... Auge?

Facebook kann eine interessante Sache sein: 

Neben unzähligen Postings auf 2.Klasse-Poesiealbum-Niveau und dem 1000. Foto eines misshandelten Tieres kann man tatsächlich auch auf Beiträge stoßen, die zu mehr oder weniger ergiebigen Diskussionen reizen, bei denen sich auch schon einmal die Gemüter Einzelner überhitzen können.

So geschehen letzte Woche, als ein Mitglied in der guten Absicht, die Fahndung nach Vergewaltigern zu unterstützen, einen Link aus der Tageszeitung zu einem aktuellen Vorfall teilte, in dem die Kriminalpolizei die Bevölkerung um Mithilfe bat. 

Okay, die Fahndung oder deren Unterstützung durch facebook halte ich ehrlich gesagt für nicht gerade unproblematisch - hat doch ein Fall des Vorjahres im hohen Norden unseres Landes beinahe zur Lynchjustiz an einem - wie sich später herausstellte - zu Unrecht Verdächtigten geführt.

Der in guter Absicht geteilte Artikel indes löste eine zunächst friedliche Diskussion darüber aus, ob unser Rechtssystem im Maß der Bestrafung für Straftäter - insbesondere für Vergewaltiger und Kinderschänder - die nötige Effizienz aufweist. 
Klar, da waren auf der einen Seite die strikten Befürworter des in unserem Lande praktizierten humanen Strafvollzugs, die in jedem nur denkbaren Fall auf die Rehabilitierung der Täter setzen - und auf der anderen diejenigen, die vor allem mit Vergewaltigern und Kinderschändern am liebsten den sogenannten "kurzen Prozess" vollziehen wollten. 

Und das war dann letztendlich auch der Punkt, an dem die Diskussion zu einem späteren Zeitpunkt richtig heiß lief und man befürchten musste, dass sich die Verteidiger beider Standpunkte, sollten sie jemals auf offener Straße aufeinandertreffen, an die Kehle gehen würden.

Dabei sollte man sich bei aller Freude an einer kontroversen Diskussion vielleicht einmal in Erinnerung rufen, dass man sich eigentlich nur über einen theoretischen Fall in die Haare bekam.

Klar, auch ich befürworte den in unserem Rechtssystem angewendeten Strafvollzug - zumindest für Räuber und Erpresser. Sicher, sie sollen es gut haben in ihren Zellen: Einmal wöchentlich Frauen in die Zelle, um den Hormonhaushalt wieder auf die Reihe zu bringen; jeden Nachmittag Kaffee und Kuchen und am Wochenende gerne Ringelpitz mit Anfassen...

Okay, das war jetzt doch etwas überspitzt.

Aber wie steht es mit den Dreckschweinen, die zum Beispiel in einem totalitären System mit wachsender sadistischer Begeisterung und ohne menschliches Mitgefühl ihre Mitmenschen zum einen widerrechtlich einsperren und sie dann auch noch foltern - wenn nicht sogar totschlagen und irgendwo verscharren. 

Der Schrei der Opfer nach Menschenrechten verhallt da ungehört im schallenden Gelächter der Folterknechte.

Und sollte man solche Dreckschweine (ihr wisst ja, in diesem Blog ist political correctness off) irgendwann mal dingfest machen, sind gerade diese diejenigen, die mit sardonischem Lächeln lautstark nach eben den  Rechten verlangen, die sie anderen verwehrten. 
Ja, sie wissen doch auch, dass die Sühne für ihre unmenschlichen Taten mehr oder weniger milde ausfallen wird, denn man wird sie nicht foltern und auch bei der Befragung lassen die Häscher die Höflichkeit ganz bestimmt nicht missen.

Und die eventuelle Verurteilung?

Besser als im Gefängnis der internationalen Staatengemeinschaft kann es den Drecksäcken ja nicht gehen - ein festes Dach über dem Kopf, im Winter warm, drei Mahlzeiten am Tag - ein angenehmeres Leben als sie in ihrem eigenen Land als Rentner hätten leben dürfen...

Doch zurück zu den Vergewaltigern und Kinderschändern:

Auch hier muss man doch zugeben, dass mit diesen Tätern viel zu lasch umgegangen wird. Nach dem biblischen Statut des "Auge um Auge - Zahn um Zahn" will man dann aber nicht handeln. 

Vor allem wie vergeltet man es einem Vergewaltiger?

Lässt man ihn öffentlich selbst vergewaltigen?
Schneidet man ihm das Corpus Delicti einfach ab?
Sperrt man ihn in eine geräumige Zelle mit dem Knastschwulen und dreht sich mal für ein paar Stunden weg und hört und sieht nichts?

Hatte der arme Kerl eine schwere Kindheit? 
Muss man berücksichtigen, dass er psychisch nicht ganz auf der Höhe ist? 
Soll man das berücksichtigen? 

Entschuldigt das seine Tat?

Doch wohl kaum.

Todesstrafe für Mörder - in vielen - auch sogenannten zivilisierten - Ländern der Welt ist sie Gang und Gäbe. 
Viel diskutiert, mit noch mehr Für und Wider - und vor allem der Erkenntnis, dass die Hinrichtung eines Täters das Opfer auch nicht wieder lebendig macht.

Bleibt also nur, denjenigen ein Leben lang wegzuschliessen und da kommt dann immer noch die Möglichkeit der Freilassung auf Bewährung nach Absitzen eines bestimmten Strafmaßes in Betracht, wenn nicht zuvor eine anschließende Sicherheitsverwahrung angeordnet wurde - und dann? 

Geht das gut? 

Wurde der Straftäter wirklich resozialisiert oder lauert er nur auf die nächstbeste Gelegenheit, seine Tat noch einmal wiederholen zu können?

Ich masse mir hier nicht an, über Sinn und Zweck der sowohl härteren als auch der humaneren Art des Strafvollzugs zu urteilen.

Ich weiß aber eines ganz genau:

Sollte ich - was der Herr verhüten mag - jemals in eine Situation kommen, dass sich jemand an meinem Kind vergreift, dann bin ich mir ganz sicher, dass meine liberale Einstellung zur Bestrafung in dem Moment eine ganz andere Gewichtung bekäme.

Ich denke., ich würde dann schon ähnlich handeln wie seinerzeit Marianne Bachmeier, die 1981 den Mörder ihres Kindes im Gerichtssaal mit acht Schüssen niederstreckte, als sie feststellen musste, dass der arme Täter im Verfahren mehr und mehr zum armen Opfer stilisiert wurde und eine gerechte Strafe in immer weitere Ferne zu rücken schien.

Lasst mich bitte niemals in eine solche Situation kommen, denn ich glaube dann wäre der Täter in den Händen der Justiz alle Male besser aufgehoben, als wenn ich ihn in die Finger bekäme - denn ich hätte mit ihm genauso wenig Mitleid wie er mit seinem Opfer:
Ich würde ihm eigenhändig beide Eier ausreissen und sie ihm - wahlweise - gekocht oder gebraten - aber ungewürzt - als Henkersmahlzeit vorsetzen und nach dem Genuss dieses Teils seiner Genitalien könnte er sich auf seiner eigenen Flöte das Lied vom Tod blasen...

Wie ich schon mal anderer Stelle erklärte, neige ich nicht zu Gewalt und Brutalität, aber in einem solchen Fall würde ich mich vergessen und liebend gerne für MEINE Tat ins Gefängnis gehen, mit der Gewissheit, dass dieser Täter nie wieder jemandem ein Leid antun könne.

Was ich aber letztendlich sagen wollte ist, dass die hitzige und spaltende Diskussion über die Behandlung von Straftätern eh nur theoretischer Natur sein kann - da kann und darf jeder - sowohl die Gutmenschen, die niemals nicht Gleiches mit Gleichem vergelten würden, als auch die Hardliner mit der Parole "Rübe ab" - zu Wort kommen - eine Antwort darauf, wer wohl Recht mit seiner Einstellung hat, wird es so einfach nicht geben.



Freitag, 2. August 2013

Gehen Sie ins Gefängnis!

Es gibt tatsächlich noch Meldungen, die bauen einen am frühen Morgen so richtig auf: Hat sich gestern doch eine italienische Berufungsinstanz tatsächlich erdreistet (in Berlusconis Augen) und getraut (in meinem Augen) den großen alten Bunga-Bunga-Sex-Zwerg Silvio I. Berlusconi zu einer Haftstrafe zu verknacken.

Recht so!

Bravo!

Wäre mir Italien zu Fuß nicht zu weit weg, würde ich den Herren liebend gerne die Hände schütteln und ihnen wohlwollend auf die Schulter klopfen. Vielleicht sollte man für sie sogar noch einen Orden erfinden, einen nationalen Feiertag einrichten - Ehre wem Ehre gebührt, eine Heiligsprechung können wir allerdings sicher ausschließen. 
Endlich musste dieser narzistische, geile Giftzwerg mal erkennen, dass ihm seine jahrelangen Manipulationen des Rechtssystems am Ende aber auch gar nichts eingebracht haben - außer der Aussicht, demnächst (wäre er nach italienischem Recht mit über 70 Jahren nicht zu alt für eine Inhaftierung) - ohne Bunga-Bunga und minderjährigen Animiermädels - die gesiebte Luft hinter schwedischen Gardinen atmen zu dürfen.

Hätte er nicht schon so viel Botox im Kopf und seine Gesichtszüge eh irgendwann mal chirurgisch festnageln lassen - spätestens gestern wären ihm die arroganten Gesichtszüge für ewig eingefroren...

Wie sehr wünschte ich mir das für einige unserer Politiker...

Wegsperren in die dunkelsten und tiefsten Verliese sollte man da so einige und nach erfolgreichem Einschluss sollte man dann auch bitte nicht vergessen, die Schlüssel in ein noch tieferes Loch zu werfen...

Wunschdenken...
Leider...

Obwohl man Signore Berlusconi ja zumindest zugestehen muss, dass er wahrscheinlich weltweit einer der wenigen ehrlichen Polit-Agitatoren war. So weit ich weiß, hat er nie ein Hehl daraus gemacht, dass er sich nur zur Wahl stellte, um das bestehende Rechtssystem kompatibel zu seinen - noch nicht mal alle aufgedeckten - finsteren Machenschaften zurechtbiegen wollte.

So gesehen, Respekt, du kleiner, geiler Giftzwerg...

Ob sich unsere Justiz wohl auch so couragiert verhält, wenn es demnächst Deutschlands zur Zeit prominentesten Steuerhinterzieher, seine bayrische Scheinheiligkeit Uli Hoeneß, den Prozess machen soll?

Richtig nett, dessen Versuch vor einigen Wochen seine anhaltenden Steuerhinterziehungen in mehrfacher Millionenhöhe, mit einem krankhaften Zwang zu erklären...
HaHa, ich bin krank und muss schnell noch ein Milliönchen zur Seite schaffen!

Manche Leute sind so dreist, dass es fast schon wieder genial ist. 

Da tritt dieser Patriarch eines elitären Sportvereins doch tatsächlich in diversen TV-Sendungen auf und verurteilt lauthals mit unschuldigem Augenaufschlag die Steuersünden der Anderen, wohl wissend, dass er seine Schäfchen selbst vermeintlich im Trockenen hatte. 
Es war ihm halt sozusagen alles wurscht...

Bin ich mit meiner KFZ-Steuer aus welchem Grund auch immer in Verzug, kann man sich an den fünf Fingern einer Hand abzählen, wie lange es wohl dauert, bis nach einer obligatorischen Mahnung einer der unfreundlichen Eintreiber dieser Behörde vor der Tür steht und einem notfalls das Auto unter dem Arsch weg pfändet.

Aber bei einem Prominenten, der seine Millionen ja wirklich nur aus einem krankhaften Trieb heraus aus dem Gemeinschaftstopf des Volkes heraushält, da muss man natürlich mit einem anderen Mass messen. 
Beim Normalbürger kämen da wohl noch die Anklagepunkte Unterschlagung und/oder Diebstahl von Gemeinschaftsgut hinzu, dass ist es nämlich, was man macht, wenn man Steuern hinterzieht - man nimmt uns allen Geld aus dem Topf, der eh schon nicht so prall gefüllt ist. 

Wie soll man nur Griechenland und den Rest der Welt kaufen, wenn solche Hoenesse ihren gerechten Anteil nicht in den Topf zahlen????

Ich denke manchmal, die werden für ihre Taten vom Finanzamt ob ihrer Dreistigkeit, sich ihnen länger entzogen zu haben, auch noch belohnt: 
Da gibt es Amnestien und Straferlasse, wie sonst geschnitten Brot im Aldi.

Da das Leben und die Welt aber leider - bis auf den Fall Berlusconi - mehr als nur ungerecht ist, steht natürlich zu befürchten, dass dieser bayrische Großkotz nach der anstehenden Verhandlung wieder als missverstandenes Opfer dastehen wird, der nur rein versehentlich wegen seiner traumatischen Kindheitserlebnisse nicht nur dem Fiskus sondern vor allem dem Volk - also Dir und mir - zustehendes Geld entzogen hat.

Aber ich rufe da den beiden oben genannten Herren ehrlich gesagt lieber ein gar fröhliches "Gehen Sie ins Gefängnis!" zu. ihr wisst schon "Gehen Sie nicht über los; ziehen Sie nicht 4000 Okken ein..."

Welch schöner Wunschtraum...
Die Welt könnte soooo schön sein....

Donnerstag, 1. August 2013

Morgens am Bankautomat - die Leiden eines Hartz-IV-Empfängers

Was soll ich lange um den heißen Brei herumreden. 

Wie wahrscheinlich bei vielen anderen Empfängern von Hartz-IV-Leistungen ist mein Schulden - Guthabenverhältnis alles mögliche, nur leider nicht ausgeglichen. Wo nicht genug reinkommt, kann auch nichts an alten Löchern gestopft werden.

In der Folge stehen dann schon mal Gerichtsvollzieher vor der Haustür - keine Sorge, dies wird keine Hasstirade gegen diesen Berufsstand. Gerichtsvollzieher machen auch nur ihren Job - einen allerdings, den ich nicht machen möchte - und ich muss persönlich sagen, dass ich grundsätzlich mit all diesen Damen und Herren eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht habe. So mancher gute Tipp kam von ihnen. 
Eine Ausnahme bilden hier nur die Damen und Herren vom Finanzamt, denen würde ich am liebsten immer eine scharfe Granate in die Stoffwechselendproduktauscheidungsöffnung stecken und in sicherer Entfernung auf den Knall warten...

Lange Rede - kurzer Sinn:

Irgendwann kommt dann halt der Punkt, an dem Pfändungen nichts mehr einbringen und der Gläubiger sich schmollend zurückziehen muss und sich andere Wege ausdenkt, um sich meiner wenigen Cents zu bemächtigen.

Da gibt es dann das Girokonto.
Hierauf wird in letzter Zeit gerne und immer öfter zurückgegriffen, so häufig, dass sich sogar vor einigen Jahren der Gesetzgeber in der Pflicht sah und hier einen Riegel vorzuschieben wusste - das sogenannte P- oder Pfändungsschutzkonto, mit dem sichergestellt werden soll, dass arme Schweine wie ich auch weiterhin über ihre monatlichen immensen Sozialleistungen verfügen können.

Seit Februar hat der Verfasser dieser Zeilen ein solches Konto und sein Überleben sollte somit gesichert sein.

Man muss halt in Kauf nehmen, dass das Konto nicht mehr als online-Konto verwendet werden kann und wenn dann am Monatsende die Berge von Hartz-IV-Geldern das klitzekleine Konto überschwemmen, muss erst mal mit akribischer Genauigkeit geprüft werden, ob mir die viele Kohle auch wirklich zusteht und nicht den Betrag der zu schützenden Summe übersteigt. 
So wurde mir also gleich bei Einrichtung den P-Kontos mitgeteilt, dass ich immer erst einen Werktag nach Zahlungseingang über meine Flocken verfügen kann und darf.

Seltsamerweise konnte ich in den ersten drei Monaten noch am Nachmittag des Eingangstages über meine Reichtümer verfügen. 
Dann plötzlich stand ich an einem verlängerten Wochenende mal ganz ohne Geld da, da man auf einmal doch der Meinung war, die Prüfung meines immensen Vermögens benötige mehr Zeit.

Bisher hatte ich dann wenigstens noch das Glück, dass ich wenigstens früh morgens am nächsten Werktag dem Automaten das benötigte Geld für meine Fahrkarte nach Köln abluchsen konnte. 
Bis heute morgen 6.30 Uhr - da stand ich dann da, Tasche gepackt, Brote geschmiert, die letzten drei Haare akkurat gekämmt - und vor mir leuchtet "Von diesem Konto sind derzeit keine Verfügungen möglich".

Gut dass ich nicht zum Aufbrausen neige.

ICH nicht.

Ganz sicher nicht.

Nur manchmal...

Also wieder zurückgetigert, den PC erneut hochgefahren und eine nicht sehr freundliche E-Mail an die Sparkasse geschickt - Morddrohungen verkniff ich mir.
Eine Stunde später - ein erneuter zögerlicher Gang zum Geldautomaten und siehe da, er spuckte meine Flocken aus.
Also mit Verspätung auf den Weg zur Schule gemacht...

Was mich an der ganzen Sache so richtig ärgert ist, dass man von der Bank so gegängelt wird. 
Das Programm, dass die Rechtmäßigkeit meines Zahlungseingangs prüft kann unmöglich 24 Stunden dazu brauchen. Eine Freischaltung des Guthabens direkt nach Kontrolle müsste also nach dem Stand der Technik des Jahres 2013 möglich sein. 
Wenn ich e-books abonniere, kann ich die am Erscheinungstag eine Minute nach Mitternacht herunterladen...

Und der nächste Werktag beginnt um 0 Uhr 1 und nicht um 7.30 Uhr!

Des weiteren werden wir armen P-Konto-Inhaber auch noch schamlos ausgebeutet. 

Die Kontoführungskosten liegen für uns 3 Euro höher als für jeden "normalen" Bankkunden, der ein gleichwertiges Konto besitzt (LevGiro Kompakt 3,95€ - 6,95€ als P-Konto). Begründet wird dies mit einem erhöhten Arbeitsaufwand, den ich Hartz-IV-Schlucker der Bank beschere.

Dabei gibt es seit letztem Monat ein BGH-Urteil, das höhere Kosten für ein P-Konto als unrechtmäßig erklärt hat. 

Glaubt aber nicht, dass die Bank von sich aus hingeht und diesen Lapsus korrigiert. 
Solange das gemeine Volk nichts merkt und mit Klage droht, besteht keinerlei Veranlassung die schändliche Schröpfung der Ärmsten der Armen einzustellen.

Und dann machte ein Mitarbeiter der Sparkasse den Fehler mich anzurufen, als ich in der S-Bahn saß. Meine Mitreisenden haben mich nur mit großen Augen angesehen und der Banker wird sich in Zukunft lieber krankschreiben lassen, als mich noch einmal anzurufen...

Über sogenannte Raucherrebellen und ein bisschen Toleranz

Heute bieten sich mir gleich zwei Themen an, zu denen ich mich auslassen könnte. Aber lassen wir meinen morgendlichen Disput mit der Leverkusener Sparkasse lieber mal außen vor, diese Geschichte wäre wohl doch etwas deplatziert.

Aber es gab da ja gestern auch noch das berühmt-berüchtigte Raucherurteil des Düsseldorfer Amtsgericht, das natürlich wieder die Gemüter erhitzt hat. In einem anderen Post habe ich ja schon einmal darauf hingewiesen, dass wir uns auf dem Weg in die totale Diktatur zu befinden scheinen. Das mag auf den ersten Blick übertrieben sein, aber wehret den Anfängen; denn wenn nicht bald endlich jemand aufsteht und mal richtig kräftig mit der Faust auf den Tisch haut, dann ist die Erfüllung dieser düsteren Vision unserer Zukunft gar nicht mal so abwegig.

Etwas anderes, was auch in den verschiedenen Posts der facebook-Gemeinde zu dem gestrigen - und noch nicht rechtskräftigen - Urteil mehr oder weniger laut anklang, macht mir dann aber auch schon wieder ernsthafte Sorgen: 

Wenn wir nicht aufpassen, dann haben wir - dies übrigens auch ein Zeichen eines totalitären Gemeinwesens - wieder eine ganze Bande von Denunzianten am Hals.

Und glaubt mir, das wird dann nicht mehr lustig.

Stellen wir zuallererst aber einmal ganz klipp und klar fest, dass das gestrige Urteil NICHT bedeutet, dass man in seiner eigenen Wohnung nicht mehr Rauchen darf. 

Wer das in das gestrige Urteil hineininterpretiert liegt einhundert Prozent daneben - zumindest bis zur nächsten Gesetzesänderung.

Bemängelt wurde im konkreten Fall ja die Unart des schon überall (wirklich zu Recht?) als Rebell gefeierten Rentners, seine Wohnung nicht wie jeder normale Mensch durch das Öffnen der Fenster (die bekannte Querlüftung halt) zu lüften, sondern durch das Öffnen der Wohnungstür, wodurch der ganze Qualm ins Treppenhaus zog und das ist - wir wissen es alle, wenn wir ehrlich sind (Nichtraucher wie Raucher) - ganz bestimmt nicht angenehm...

Doch sollte dieses Urteil denn rechtskräftig werden, indem die nächsthöhere Instanz - das Landgericht - ebenso entscheidet, ist zu befürchten, dass man sich demnächst seines Lebens nicht mehr sicher sein kann. 
Denn bei jedem Furz, den man dann unbedacht in die Welt setzt, kann es plötzlich sein, dass sich ein anderer dazu bemüßigt fühlt, Zeter und Mordio und vor allem nach den Mühlen des Gesetzes zu schreien. 

Es kann ja nicht angehen, dass jeder seine Körperwinde einfach so durch die Weltgeschichte wehen lässt, wo er gerade geht oder steht...

Wie schnell fühlt sich wohl auf einmal der andere belästigt, wenn zum Beispiel meine Frau - thailändischer Herkunft - in unserer Küche eines ihrer traditionellen Gerichte zubereitet, die manchmal so scharf sind, dass mir  zwei Räume weiter im Wohnzimmer durch die geschlossene Tür hindurch die Tränen in die Augen schießen und die Ausdünstungen asiatischer Gewürze durch das Haus ziehen?.

Ist das dann schon ein Grund für die anderen Hausbewohner, sich belästigt zu fühlen und für den Vermieter dann letztendlich Anlass, eine Kündigung aussprechen zu dürfen?

Was ist mit den slawischstämmigen Mitbewohnern, deren Essengerüche MIR nicht behagen? Der Raucher auf dem Nachbarbalkon, dessen Zigarettenqualm durch einen vorwitzigen Windstoß vor meine empfindliche Nichtrauchernase geblasen wird?

Und der Belästigungbeispiele gibt es noch unzählige mehr: Was machen wir mit der alten Rentnerin nebenan, vor deren Wohnungstür es immer mehr oder weniger nach "alter Frau" riecht? Oder mit unserem Büronachbarn und seinen stark riechenden Schweißfüssen; dem Arbeitskollegen, der beim Essen seines Pausenbrots schmatzt und rülpst... ?

Sicher werden dann wieder einige - und wahrscheinlich gar nicht mal so wenige - auf den Geschmack des Verpetzens, Denunzierens und Anzeigens kommen - eine Flut, die wie ein Tsunami über uns alle hereinbrechen wird - und glaubt nicht, dass irgendwer davon verschont bleiben wird, denn wer unbedingt einen Grund zum Meckern sucht (siehe mich), der wird auch fündig, ohne Zweifel.

Wäre also nicht stattdessen ein bisschen mehr gegenseitiges Verständnis und Toleranz angesagt und von Nöten?

Der Hardcore-Raucher in Düsseldorf hätte durch ein anderes Verhalten in Bezug auf die Lüftung seiner Wohnung durchaus die Chance auf einen Verbleib in seinem langjährigen Heim gehabt. 
Es gibt doch den vielzitierten Grundsatz: "Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo sie die Freiheit eines Anderen beschneidet" - das Recht in meiner Wohnung zu Rauchen kann mir - noch - niemand nehmen, aber die Mitbewohner haben gleichfalls ein Recht darauf, sich durch einen Hausflur bewegen zu dürfen, in dem das Tragen von Atemschutzmasken noch nicht zur Pflicht geworden ist...

Wir sehen also einmal mehr, ein jedes Ding hat zwei Seiten...